Aus der Geschichte der Höchster Kaserne 1920-1945
von Josef Fenzl
Das Buch enthält eine fesselnde Darstellung der für die französische Besatzungsmacht errichteten und zuletzt von den Amerikanern genutzten Kaserne im heutigen Frankfurter Stadtteil Höchst. Der Autor wendet sich damit an stadtgeschichtlich Interessierte jeden Alters. Im Zentrum steht die Inbesitznahme der Kaserne durch die Nationalsozialisten, die sie als Parteibüro, als Gefangenenlager, für den Reichsarbeitsdienst, für die SA und später für die Wehrmacht nutzten.
Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte die damals noch selbständige Stadt Höchst 11 Jahre lang zum französisch besetzten Gebiet. Die Stationierung französischer Truppen in Höchst hat in großem Ausmaß die Stadtplanung beeinflusst. Statt eines Schulzentrums in einem geplanten Neubaugebiet musste ein Kasernenkomplex errichtet werden. War die Planung zunächst darauf ausgerichtet, die Kaserne später als Schule zu nutzen, so erwies sich diese Vorstellung beim 1929 erfolgten Abzug der Franzosen als nicht mehr durchsetzbar. Wirtschaftskrise und Eingemeindung von Höchst nach Frankfurt hatten eine neue Situation geschaffen.
Die Kaserne wurde in den 70 Jahren ihres Bestehens fast ausschließlich militärisch genutzt, wobei sie drei verschiedenen nationalen Militärverwaltungen unterstand, der französischen, der deutschen und der amerikanischen. Die Höchster Bevölkerung betitelte die Kaserne deshalb als "Franzosen-, Flak- oder Amikaserne", doch begrifflich ausgeklammert blieb die Zeit von 1933-1937. Im Zentrum des Buches stehen gerade diese Jahre. Erinnerungen der von den Nationalsozialisten in die Kaserne verschleppten und dort gefangen gehaltenen Personen geben Aufschluss über das Ausmaß der ausgeübten Gewalt.
Auf unterschiedlichsten Quellen, wie Zeitzeugenberichten, Zeitungsartikeln und Archivmaterial aufbauend, ist die vorliegende Untersuchung die erste, die sich mit der Geschichte der Kaserne befasst. In der lokalen Geschichtsschreibung fand die Höchster Kaserne bislang nur für die Jahre 1947-1949, in denen die "Verwaltung für Wirtschaft" dort ihren Sitz hatte, Beachtung. Viele Höchster kennen den auffälligen Gebäudekomplex der Kaserne gar nur als Sitz der amerikanischen Truppen.
Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main
Infos über den Bezug auch über den Verein.
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